PRESSEMITTEILUNG: „Auf der Suche nach Utopia” holt eine Rekordanzahl an Spitzenstücken nach Leuven

PRESSEMITTEILUNG: „Auf der Suche nach Utopia” holt eine Rekordanzahl an Spitzenstücken nach Leuven

M - Museum Leuven 20.10.2016 – 17.01.2017

Dienstag, 18. Oktober 2016 — Nach siebenjähriger Vorbereitung wird jetzt im M - Museum Leuven die Ausstellung Auf der Suche nach Utopia eröffnet. Noch nie zuvor wurden in Leuven so viele Meisterwerke zusammen ausgestellt. Es handelt sich dabei um eine erlesene Auswahl von Gemälden, Tapisserien, Skulpturen, Zeichnungen, wissenschaftlichen Instrumenten und Miniaturen. Sie alle erzählen die Geschichte der Menschen, die sich vor 500 Jahren fieberhaft auf die Suche nach Utopia bzw. einer besseren Welt begaben. Die Ausstellung ist auf drei starken Säulen aufgebaut: Sie zeigt eine exzellente Sammlung von Werken alter flämischer Meister, Spitzenwerke, die noch nie zuvor zusammen zu sehen waren, und eine große Vielfalt an Objekten.

Leuven feiert das 500-jährige Jubiläum von Utopia. Das ikonische Buch des englischen Humanisten und Staatsmannes Thomas More wurde 1516 in der Universitätsstadt gedruckt. Dieses Jubiläum wird jetzt mit einem Stadtfestival und einer außergewöhnlichen Ausstellung im M – Museum gefeiert, die als Aushängeschild dient. Auf der Suche nach Utopia ist die aufsehenerregendste Ausstellung des Jahres 2016. Es werden dort eine Menge Werke gezeigt, die noch nie zuvor in Flandern zu sehen waren. Sie können dort sage und schreibe 80 Spitzenwerke aus Museen und Privatsammlungen aus der ganzen Welt bewundern, die zusammen die grenzenlosen Vorstellungen von einer idealen Welt zum Ausdruck bringen, die das 15. und 16. Jahrhundert prägten.

Die meisten großen flämischen Meister aus dem späten 15. und dem frühen 16. Jahrhundert sind vertreten. Ein faszinierendes Spitzenstück ist das Bildnis eines Humanisten von Quinten Metsys aus dem Städel Museum in Frankfurt. Das Werk gilt als einer der Höhepunkte der flämischen Porträtmalerei. Aus der persönlichen Sammlung der englischen Königin Elisabeth II. stammt das weltberühmte Bildnis von Erasmus, das ebenfalls von Metsys gemalt wurde. Das wunderbare Bildnis einer jungen Prinzessin mit Armillarsphäre von Jan Gossaert aus der National Gallery in London erhält einen besonderen Platz in der Ausstellung und dient als Kampagnebild der Veranstaltung. Auch die drei Geschlossenen Gärten aus Mechelen verdienen besondere Aufmerksamkeit. Ein achtköpfiges Spezialistenteam hat sie anlässlich der Ausstellung innerhalb von drei Jahren genauestens restauriert und konserviert. Die Besucher der Ausstellung Auf der Suche nach Utopia sind die ersten, die diese kleinen Kunstwerke in ihrem vollen, wiederhergestellten Glanz zu sehen bekommen.

Albrecht Dürer, der damals durch Flandern reiste, ist mit einem seiner schönsten Porträts – Der Humanist ­aus der Sammlung des Kupferstichkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin – vertreten. Sein bahnbrechender Kupferstich Der Sündenfall (1504), der defacto die Renaissance im Norden einläutete, kann in Form eines lupenreinen Abdrucks aus dem Reichskupferstichkabinett in Amsterdam bewundert werden.

Es kommen aber nicht nur Gemälde nach Leuven (zurück), auch die berühmten wissenschaftlichen Instrumente und einige prächtige Tapisserien aus Brüssel passen perfekt zum Thema Utopia. Leuven war im 16. Jahrhundert weltberühmt für die Herstellung wissenschaftlicher Instrumente. Jetzt werden zum ersten Mal zehn dieser Instrumente zusammen in einer Ausstellung gezeigt. Auf der Suche nach Utopia bietet den Besuchern auch die außergewöhnliche Gelegenheit, die berühmte Brüsseler Tapisserie mit dem Garten der Lüste nach Hieronymus Bosch zu bewundern, die uns vom Escorial in Madrid als Leihgabe zur Verfügung gestellt wurde. Außerdem kommen noch andere hervorragende Tapisserien nach fünf Jahrhunderten wieder nach Leuven.

Auf der Suche nach Utopia entführt die Besucher in die Vergangenheit und bringt Utopia zurück in die Gegenwart

Mores fiktive Insel Utopia liegt „nirgendwo”, weit hinter dem Horizont. Alles ist dort perfekt organisiert und jeder Bewohner ist glücklich. Aber die Insel bestand nur in Mores Fantasie. Die Sehnsucht nach einer idealen Welt hingegen war real. Die Hoffnung war ein starker Motor, der die Menschen dazu anregte, nach dem erhofften Glück zu streben und dabei das Risiko von Enttäuschungen und Fehlschlägen mit in Kauf zu nehmen.

Auch damit befasst sich die Ausstellung: Sie handelt von Menschen, die vom Paradies träumen, die sich von fernen Horizonten verführen lassen, die sich danach sehnen, das Universum und die Ewigkeit zu verstehen, und sich vor der Hölle fürchten. Mores Utopia analysiert nicht nur mit scharfen Worten die damalige von Neid und Gier geprägte Gesellschaft, sondern formuliert auch eine „utopische” Alternative, die sich „weit hinter dem Horizont” befindet. Niemand wird diese Insel je betreten, aber sie regt uns doch dazu an, die Suche danach nicht aufzugeben.

„Utopia“ ist mehr als nur der Titel eines Buches. Dort Wort wurde zu einem neuen Begriff und einem neuen literarischen und künstlerischen Genre. Utopia beinhaltet die Erkenntnis, dass man nach einem besseren Dasein auf dieser Erde streben kann. Das war schon vor 500 Jahren so und ist auch heute nicht anders.

Auf der Suche nach Utopia wird stark von der Flämischen Gemeinschaft unterstützt.

Der flämische Minister für Tourismus Ben Weyts investiert über Tourismus Flandern gut 770.000 Euro in die Ausstellung. Minister Weyts erklärt: „Die alten flämischen Meister sind zeitlose Ikonen, die ein breites Publikum ansprechen. Diese Ausstellung soll viele Besucher nach Leuven locken, von denen ein bedeutender Teil aus dem Ausland kommt. Alle diese Museumsgäste werden auch die Leuvener Gaststätten und Geschäfte besuchen und auf diese Weise großzügig die örtliche Wirtschaft sponsern.”

Die Ausstellung erhält auch Fördermittel vom flämischen Kultusminister Sven Gatz. Minister Gatz zufolge ist es „Leuven gelungen, eine einzigartige Ausstellung zu More und seinem Buch Utopia zu entwickeln, die wie ein Kronjuwel aus dem Londoner Tower Bestandteil eines herrlichen Stadtfestivals unter dem wohlklingenden Titel „The Future is More” ist. Leuven zeigt auf diese Weise, wie eine Zentrumstadt in Flandern mit Veranstaltungen, die eng mit der Geschichte, der Kultur, dem kulturellen Erbe und den Künsten verknüpft sind, ihren Auftrag als solche erfüllen kann. Leuven regt auf diese Weise bis weit über die Stadtgrenzen hinaus die Fantasie an.”

Nur einen Steinwurf vom M – Museum Leuven entfernt wird in der Universitätsbibliothek gleichzeitig die Ausstellung Utopia & More. Thomas More, die Niederlande und die utopische Tradition (20.10.2016 - 17.01.2017) eröffnet, die Sie durch Utopia, das Leben und die Arbeit von Thomas More und die utopische literarische Tradition führt. Sie können dort Originalmanuskripte von Erasmus von Rotterdam und Thomas More, sowie alte Drucke und allerlei Kuriositäten entdecken.

Auch der zeitgenössische Kunstparcours Tracing the Future (30.09.2016 - 20.11.2016) und die Ausstellung Yto Barrada im M - Museum Leuven (30.09.2016 - 17.01.2017) finden im Rahmen des Stadtfestivals 500 Jahre Utopia statt.

Parallel zu der Ausstellung Auf der Suche nach Utopia wird im M –Museum Leuven auch die Architekturausstellung  EUtopia – Möglichkeit einer Insel (20.10.2016 - 17.01.2017) eröffnet.

Auf der Suche nach Utopia © Dirk Pauwels
Auf der Suche nach Utopia © Dirk Pauwels
Auf der Suche nach Utopia © Dirk Pauwels
Auf der Suche nach Utopia © Dirk Pauwels
Auf der Suche nach Utopia © Dirk Pauwels
Auf der Suche nach Utopia © Dirk Pauwels
Auf der Suche nach Utopia © Dirk Pauwels
Auf der Suche nach Utopia © Dirk Pauwels
Auf der Suche nach Utopia © Dirk Pauwels
Auf der Suche nach Utopia © Dirk Pauwels
Auf der Suche nach Utopia © Dirk Pauwels
Auf der Suche nach Utopia © Jan Gossaert, Bildnis eines Mädchens mit einer Armillarsphäre (Prinzessin Dorothea von Dänemark), um 1530. London, National Gallery
Auf der Suche nach Utopia © Thomas More, Libellus vere aureus ... de optimo reip. statu, deq(ue) noua Insula Utopia (die erste Ausgabe von Utopia), Leuven, Dirk Martens, 1516. Brüssel, Königliche Bibliothek Belgiens
Auf der Suche nach Utopia © Quinten Metsys, Atelierkopie (?), Bildnis des Stadtsekretärs Pieter Gillis, Antwerpen, nach 1517. Antwerpen, Königliches Museum der Schönen Künste. (Lukas - Art in Flanders vzw)
Auf der Suche nach Utopia © Kopie nach Hans Holbein dem Jüngeren, Bildnis von Thomas More, nach 1527. London, National Portrait Gallery
Auf der Suche nach Utopia © Quinten Metsys, Bildnis eines Gelehrten, um 1522/1527. Frankfurt am Main, Städel Museum
Auf der Suche nach Utopia © Quinten Metsys, Bildnis von Desiderius Erasmus, Antwerpen, 1517. Royal Collection Trust, Her Majesty Queen Elizabeth II
Auf der Suche nach Utopia © Albrecht Dürer, Bildnis eines Humanisten (Sebastian Brant?), 1520/1521 (?). Berlin, Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett
Auf der Suche nach Utopia © Meister von Frankfurt, Utopisches Treffen der Antwerpener Schützengilden (das sogenannte Schützenfest), Antwerpen, 1493. Antwerpen, Königliches Museum der Schönen Künste. (Lukas - Art in Flanders vzw)
Auf der Suche nach Utopia © Brüsseler Meister nach Hieronymus Bosch, Garten der Lüste, Brüssel, vor 1560. Madrid, Patrimonio Nacional, Real Monasterio de San Lorenzo de El Escorial
Auf der Suche nach Utopia © Geschlossener Garten mit Kalvarienberg und Jagd auf das Einhorn, Mechelen, um 1500–1530. Museen und kulturelles Erbe Mechelen – Sammlung Gasthuiszusters (Kik-irpa, Brüssel)
Auf der Suche nach Utopia © Geschlossener Garten mit Elisabeth, Ursula und Katharina, Mechelen, um 1520–1530. Museen und kulturelles Erbe Mechelen – Sammlung Gasthuiszusters (Kik-irpa, Brüssel).
Auf der Suche nach Utopia © Geschlossener Garten mit St. Anna Selbstdritt, Augustinus und Elisabeth, Mechelen, um 1520–1550.  Museen und kulturelles Erbe Mechelen – Sammlung Gasthuiszusters (Kik-irpa, Brüssel)
Auf der Suche nach Utopia © Geschlossener Garten mit Elisabeth, Ursula und Katharina, Mechelen, um 1520–1530. Museen und kulturelles Erbe Mechelen – Sammlung Gasthuiszusters (Kik-irpa, Brüssel).
Auf der Suche nach Utopia © Herri met de Bles, Das irdische Paradies, um 1541–1550. Amsterdam, Rijksmuseum
Auf der Suche nach Utopia © Albrecht Dürer, Der Sündenfall, Nürnberg, 1504. Amsterdam, Rijksmuseum, Reichskupferstichkabinett
Auf der Suche nach Utopia © Conrat Meit, Adam und Eva, Mechelen oder Antwerpen, um 1530 – 1535. Wien, Kunsthistorisches Museum
Auf der Suche nach Utopia © Follower of Jheronimus Bosch, Apocalyptic Vision, c. 1575–1600 (1595?). Venice, Palazzo Ducale.
Auf der Suche nach Utopia © Follower of Jheronimus Bosch, Christ’s Descent into Hell, c. 1525–1550. New York, The Metropolitan Museum of Art (Harris Brisbane Dick Fund).
Auf der Suche nach Utopia © Die sogenannte „Landung von Vasco da Gama in Indien”, Doornik, Anfang 16. Jahrhundert. Lissabon, Caixa General de Dépositos. Als Leihgabe im Museu Nacional de Arte Antiga, Lissabon
Auf der Suche nach Utopia © Meister der Gebetbücher aus der Zeit um 1500, Der Liebhaber betritt den Garten der Lüste, In: Guillaume de Lorris und Jean de Meung, Le Roman de la Rose, Brügge, um 1490–1500. London, The British Library
Auf der Suche nach Utopia © Simon Bening, Die Monate: Januar.In: Das Hennessy-Stundenbuch, Gebräuche Roms, Brügge, um 1530–1535. Brüssel, Königliche Bibliothek Belgiens
Auf der Suche nach Utopia © Karte von Brasilien In: Atlas de Dauphin, Dieppe, um 1538. Den Haag, Königliche Bibliothek, National Library of the Netherlands
Auf der Suche nach Utopia © Pierre Desceliers, Weltkarte (Mappa Mundi), Dieppe, 1550. London, British Library
Auf der Suche nach Utopia © Meister Bartolomé, Chaos, Spanien, Ende 15. Jahrhundert. Tucson (ar), The University of Arizona Museum of Art, Schenkung der Samuel H. Kress Foundation.
Auf der Suche nach Utopia © Gerard Mercator, Himmelsglobus Leuven, 1551. Lüneburg, Museum des Fürstentums Lüneburg
Auf der Suche nach Utopia © Gualterus Arsenius, Ptolemäische Armillarsphäre, Leuven, 1573. München, Bayerisches Nationalmuseum
Auf der Suche nach Utopia © Pierre de Fobis, Mechanische Sphäre, Lyon, um 1540–1550. Privatsammlung.
Utopia & More © Campain image, KU Leuven.
Utopia & More © Utopian alphabet, in Thomas More, Utopia, 1518, Basel, Johann Froben. University Library KU Leuven.
Utopia & More © Lettre from Thomas More to Frans Cranevelt, 12 november 1521. Leuven, University Library KU Leuven.
Utopia & More © Image of Erasmus, Albert Jansz. Vinckenbrinck, ca. 1650. Amsterdam, Rijksmuseum.
Utopia & More © Antoine Caron, the execution of Thomas More, n° 29.5.9. Chateau Royal de Blois/Picture F. Lauginie.
Utopia & More © Officina Dirk Martens.
Utopia & More © Work in Progress.
Utopia & More © Impression room 2, KU Leuven.
EUtopia © de refuge, Office kgdvs.
EUtopia © Perspective Meditation AP, Office kgdvs.
EUtopia © A house to die in 1, noArchitects.
EUtopia © A house to die in 2, noArchitects.
Yto Barrada. Salon géologique, 2016. Picture (c) Dirk Pauwels
Yto Barrada. Lying Stone Hearts (Fake fossil series, two scorpions an trilobite), 2015 © Yto Barrada. Courtesy Sfeir-Semler Gallery, Hamburg/Beirut; Pace Gallery, Londen; Galerie Polaris, Parijs. Picture (c) Dirk Pauwels
Yto Barrada. Lyautey Unit Blocks, 2010. Courtesy the artist and Sfeir-Semler Gallery, Hamburg/Beirut. Picture (c) Dirk Pauwels
Yto Barrada. Plumber Assemblage, 2015 © Yto Barrada. Courtesy Sfeir-Semler Gallery, Hamburg/Beirut; Pace Gallery, Londen; Galerie Polaris, Parijs
Tracing the Future. Medium Earth (film still) 2013 by The Otolith Group. Courtesy and copyright the artists. Installatie Universiteitsbibliotheek KU Leuven - Tracing The Future. Picture (c) Dirk Pauwels
Tracing the Future. Adrien Tirtiaux. Boven de Muur, 2016. Picture (c) Dirk Pauwels.
Tracing the Future. Martin Le Chevallier, Münster (c) Spectre Productions 2016. Picture Tracing the Future (c) Dirk Pauwels.